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Missionarische Volkskirche sein

 

Was heißt es, “missionarische Volkskirche” zu sein für evangelische Jugendarbeit aus Sicht der Evangelischen Jugend im Rheinland. Zu diesem Schwerpunkt tagte die Delegiertenkonferenz der EJiR vom 26.-27. September im Hackhauser Hof in Solingen.

Den Einstieg in dieses komplexe Thema erleichterte den Delegierten ein Vortrag

des Theologen Wilfried Neusel von der Fachstelle Theologie im Evangelischen Entwicklungsdienst.  Nachdem Neusel die Begrifflichkeiten „Volkskirche“ und „Mission“ aus persönlicher, theologischer und historischer Sicht erklärt hatte, ging es um die Konsequenzen für die Jugendarbeit.

Neusel plädierte dafür, sich sogenannte “Sabbaticals” zu gönnen, längere Gärungsprozesse seien wichtig und Transformationsprozesse sollten auch in der Jugendarbeit zugelassen werden. Dabei gehe es nicht darum, ständig neue Methoden auszuprobieren, sondern “ Methode heißt, einen Weg zu gehen, in dem ich selbst glaubwürdig bleibe.” Gut ausgebildete hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter garantieren dabei die notwendige Kontinuität. Die Hauptaufgabe der Jugendarbeit sei es, Lust auf Veränderung zu machen. “Ohne Umkehr wird es keine Erneuerung geben, das ist kirchliche Tradition.”

Erste Ideen, sich dem Thema “missionarisch Volkskirche sein” aus Sicht der Jugendarbeit innovativ, reflexiv und kreativ zu nähern, wurden in zehn Arbeitsgruppen entwickelt. Thematische Schwerpunkte waren in den Gruppen Begriffe wie „Bibel“ , „Spiritualität“, „Bildungsverantwortung“ und persönliche biografische Entwicklungen .Die vielfältigen Anregungen aus den Arbeitsgruppen wurden protokolliert und vom Vorstand des Jugendverbandes in einer Form zusammengefasst, die den Delegierten und Mandatsträgern in den unterschiedlichen Gremien eine Argumentationshilfe für das Thema “Jugendarbeit und missionarische Volkskirche “ an die Hand gibt.

Als Gäste begrüßten die Delegierten Samstagabend 13 Studenten aus unterschiedlichen Orten in Palästina. Sie waren die von der Nahost-AG  zu einem zweiwöchigen Besuch nach Deutschland eingeladen worden. Die jungen Leute zwischen 18 und 27 Jahren  sind überwiegend Christen, vier von ihnen sind Moslems. Begleitet wurden sie von Jugendreferent Rainer Schmitz und seiner Familie. Die vier jungen Frauen und acht Männer stellten sich und ihre Kultur mit dem Nachspielen einer  fröhlichen und lauten palästinensischen Hochzeit vor. Beim Singen der Nationalhymne wurden  Emotionen spürbar. Da die meisten englisch und einige auch deutsch sprachen, entwickelten sich persönliche Gespräche zwischen den Gästen und den Delegierten. Spätabends zeigten die jungen Leute aus Palästina noch zwei Kurzfilme über die bedrückende Lage in ihrer Heimat, die das ganze Ausmaß des Palästina - Konfliktes verdeutlichten. Der Arbeitskreis Nahost der DK  wird sich weiterhin für einen Frieden in Nahost und ein menschwürdiges Leben im Gaza einsetzen.